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Bad Mergentheim

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15.08.2010

Infostand gegen Zwangsvertreibung

Am Samstag ging die Amnesty-Gruppe im Rahmen der weltweiten Kampagne „Mit Menschenrechten gegen Armut“ mit einem Infostand, Appellpostkarten und Petitionslisten auf dem Deutschordensplatz an die Öffentlichkeit: Die armseligen Reste einer ehemaligen Behausung in einem Slum – einem der Tausenden von Slums in der Welt - symbolisierten auf eindrucksvolle Weise die erfolgte Zwangsräumung und Vertreibung, wie sie in vielen Ländern geschieht: Kambodscha, Kenia, aber auch mitten in Europa: Italien und Rumänien.

Amnesty fordert: "Wohnen. In Würde"

So haben in den letzten Jahren Zehntausende ihr Zuhause im Zentrum von Phnom Penh verloren. Sie wurden rechtswidrig vertrieben und leben nun ohne Entschädigung weit außerhalb der Innenstadt unter menschenunwürdigen Bedingungen: ohne sauberes Wasser, ohne Strom, ohne sanitäre Anlagen, ohne Krankenstation oder Schulen. Ähnlich erging es den Bewohnern von Kibera, dem größten Slum von Nairobi, oder aber sie leben in ständiger Furcht vor gewaltsamer Vertreibung aus ihren elenden Hütten, die sie in noch größere Armut stürzen würde. In der rumänischen Stadt Czíkszereda wurden 2004 100 Roma in die 300-Meter-Sperrzone einer Kläranlage zwangsumgesiedelt, wo sie noch heute in katastrophalen Wohnverhältnissen leben müssen. In Rom sieht der 2009 verabschiedete „Nomadenplan“ die Umsiedlung von 6000 Sinti und Roma in 13 Lager am äußersten Rand der Hauptstadt vor.

In all den genannten Fällen werden Menschenrechte auf gröbste Art verletzt, denn den Vertriebenen wird das Recht auf „Wohnen. In Würde“ – so die Forderung von Amnesty – vorenthalten. Sie müssen Baumaßnahmen oder politischen Zielen weichen ohne gefragt zu werden , denn Arme haben überall auf der Welt keine Stimme, um ihre Grundrechte geltend zu machen.

Amnesty international sieht es zunehmend als ihre Aufgabe, nicht nur die politischen und bürgerlichen Grundrechte einzufordern, sondern auch die Einhaltung von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechten in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zustellen: eine wirkungsvolle Armutsbekämpfung – eines der wichtigsten Milleniums-Ziele der UN – ist nur durch Verwirklichung der Menschenrechte möglich.

Am Ende des Infostandes hatten sich die Petitionslisten gefüllt, und es gingen viele Postkarten in die vier genannten Länder : Sie werden ihre Wirkung nicht verfehlen, davon ist Amnesty Bad Mergentheim überzeugt.