Amnesty International Bad Mergentheim

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Bad Mergentheim

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Aus Anlass des Internationalen Tages der Menschenrechte, dem 10. Dezember, überbrachte die Amnesty-Gruppe Bad Mergentheim sowohl im Neuen Rathaus Bad Mergentheim im Beisein von OB-Stellvertreterin Manuela Zahn als auch im Rathaus Igersheim, ebenfalls in Anwesenheit von Bürgermeister Frank Menikheim, ein Plakat mit den 30 Artikeln der Menschenrechte, das dort für einige Zeit für alle sichtbar ausgehängt wird. Es erinnert an ein epochales Dokument: Am 10.12.1948 verabschiedeten die Vereinten Nationen nach zähem Ringen zwischen Ost und West die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, um eine völkerrechtlich verbindliche Grundlage für eine künftige Welt in Frieden und Gerechtigkeit zu schaffen. Diese Absichtserklärung ist inzwischen weltweit zur Grundlage des demokratischen Rechtsstaates geworden und sie ist in unser deutsches Grundgesetz eingegangen. Die 30 Artikel dieser Erklärung sind Leitlinie politischen Handelns in demokratischen Staaten.

Darin werden jedem Menschen ohne Unterschied - unter anderem - das Recht auf Unversehrtheit und Sicherheit seiner Person, auf Rede-, Religions- und Versammlungsfreiheit sowie Gleichheit vor dem Gesetz garantiert und der Staat aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass seine Staatsbürger diese Rechte genießen können.

Jeder weiß, wie weit die Welt davon entfernt ist, die Menschenrechte für den Einzelnen zu verwirklichen. Gerade in diesen Tagen herrscht große Ratlosigkeit, auf welchem Weg eine gewaltfreiere und gerechtere Welt für alle erreicht werden kann. Aber gerade deshalb müssen sie immer wieder neu ins Bewusstsein gerufen werden, Sie sind immer in Gefahr, von anderen Interessen verdrängt zu werden: Ihre Verwirklichung ist und bleibt allen Widerständen zum Trotz das große Ziel, für das Menschenrechtsgruppen in der ganzen Welt arbeiten

Seit Jahren erinnert auch Amnesty Bad Mergentheim durch eine Aktion oder eine Veranstaltung an den für alle so wichtigen Jahrestag.

Während der Aktion in den Rathäusern wurden auch Informationsmaterial und Appellbriefe zugunsten von Menschen, die besonders schlimme Menschenrechtsverletzungen erleiden müssen, an die Bürgermeister, Mitarbeiter und Stadt- bzw. Gemeinderäte mit der Bitte um Unterstützung übergeben: für den Amerikaner Albert Woodfox, der seit 43 Jahren wegen Mordes im Gefängnis sitzt, obwohl das Urteil „lebenslang“ aufgehoben wurde. Für den saudi-arabischen Rechtanwalt Waleed Abu al-Khair, der den zu 100 Stockhieben verurteilten Raif Badawi verteidigte und nun selbst eine Haftstrafe von 15 Jahren absitzen soll.

Für Amnesty International beginnt Menschenrechtsarbeit immer beim Einzelnen, der Hilfe braucht. Kontinuierliche Proteste in Form von Appellbriefen verfehlen bei Staaten, die die Menschenrechte verletzen, ihre Wirkung nicht, wie die Erfolge vieler Amnesty-Kampagnen und -Aktionen zeigen.